Mein Vorgehen Schritt für Schritt
Komplizierter als gedacht: Per elektronischem Personalausweis via Computer bei BundID anmelden
Um Anträge bei deutschen Behörden online einzureichen, muss man sich mit seinem Ausweis identifizieren. Hierfür benötigt man ein Lesegerät oder ein Smartphone. Ich zeige meine Schritte mit dem Handy und Laptop. Denn die Sache gestaltete sich für mich komplizierter als gedacht.

Ein Smartphone kann wichtige Daten eines modernen Personalausweises einlesen bzw. über eine Internetseite (an eine Behörde) übertragen.
Ich wollte erstmals die Möglichkeit nutzen, bequem von Zuhause einen Antrag bei der einer städtischen Behörde einzureichen. Hierzu gibt es eine Internetseite meiner Stadt. Gut, dachte ich. Das ist ja einfach. Aber ich wurde dort auf die Internetseite id.bund.de weitergeleitet und sollte mich zunächst dort mit meinem Personalausweis anmelden.
Die Website „id.bund.de“ dient als Zwischenschritt:
Internetseite lokale Behörde › id.bund.de (prüft; leitet weiter) › Internetseite lokale Behörde
Doch auf „id.bund.de“ musste ich mich zunächst registrieren – und dort meinen Personalausweis hinterlegen. Diese Seite dient also für andere Behörden als „Tor“ für eine Legitimationsabfrage. Erst danach kann es auf der eigentlichen Internetseite der Behörde weiter gehen.
Folgendes war hierfür nötig:
Schritt 1: Besitzt mein Personalausweis diese „Online-Funktion“?
Zunächst musste ich prüfen, ob mein Personalausweis eine „Online-Funktion“ besitzt. Dies erkennt man an diesem Symbol:

Auf der Rückseite des Ausweises müsste dieses Symbol aufgedruckt sein. Hintergrund: Im Ausweis befindet sich ein winziger „Chip“ (ein sogenannter NFC-Chip). Daten, die auf dem Ausweis aufgedruckt sind (Name, Anschrift, …), können somit auch elektronisch ausgelesen werden – via Smartphone oder Kartenlesegerät.
Besitze ich den Transport-Pin?
Als ich damals den neuen Ausweis erhielt, bekam ich damit auch eine sogenannte ›Transport-Pin‹ (ich glaube per Brief). Diese fünfstellige Pin benötigt man, um in der Smartphone-App eine persönliche (sechsstellige) Pin generieren zu können. Findet man diese Transport-Pin nicht in den eigenen Unterlagen, muss man erst einmal zum Bürgeramt laufen und eine neue beantragen. Erst danach kann es hier weiter gehen.
Schritt 2: App auf das Smartphone laden
Nun musste ich mir erst einmal die offizielle Ausweis-App („AusweisApp“) auf mein Smartphone laden bzw. dort installieren.
Dies ist eine „Open-Source-Software“. Dadurch ist sie erfreulicherweise auch via einem alternativen App-Store wie ›F Droid‹ verfügbar und kommt ohne Google- bzw. Apple-Dienste aus. Als Datenschutzinteressierter freut mich so etwas.
Das Smartphone muss kompatibel sein
Ich wollte eigentlich mein altes Schubladen-Smartphone für das Anmelden nutzen. Es besitzt die NFC-Funktionalität. Aber die Android-App „beschwerte“ sich:
„Extended Length“ wird nicht unterstützt. Offenbar müssen relativ große Datensätze eingelesen werden können und mein altes Handy ist hierzu nicht in der Lage. Also wechselte ich das Gerät und mit einem neueren Smartphone funktionierte die Prüfung.
Theoretisch könnte man damit schon (auf dem Smartphone) loslegen. Doch wer füllt komplizierte Anträge am Handy aus? Ich möchte so etwas am Laptop bzw. am PC machen. Daher folgte noch ein weiterer Schritt:
Schritt 3: Software auf dem Laptop installieren
Die App auf dem Smartphone dient (hier) lediglich zum Einlesen der Personalausweis-Daten. Für das Übertragen dieser an den Dienst (id.bund.de) via Computer-Browser benötigte ich zusätzlich die gleiche Anwendung für meinen Windows-Laptop.
Das Prinzip:
Smartphone-App liest Daten ein › sendet diese an PC-Programm › gibt Legitimation im Browser frei
Der Browser (mit der id.bund.de-Internetseite) wartet also auf die Legitimation durch das PC-Programm. Genau dieses Prinzip war mir anfangs nicht klar. Das Dumme dabei:
Smartphone und Laptop müssen sich im selben Heimnetzwerk befinden

Damit die Smartphone-App mit dem Programm auf dem Laptop / PC kommunizieren kann, müssen sich beide Geräte im selben Netzwerk (WLAN) befinden.
Man benötigt Zuhause also einen ›Router‹, der ein Netzwerk (WLAN) bereit stellt, mit dem sich alle Geräte verbinden können. In der Router-Konfiguration darf auch nicht deaktiviert sein, dass dort angeschlossene Geräte miteinander kommunizieren dürfen x.
x Dies sollte die Regel sein.
Vielleicht ist als Alternative (in Zukunft?) auch eine Verbindung via Bluetooth möglich. Diese Funktion hatte ich bei beiden Apps (Smartphone und PC) jedoch nicht gefunden. Bei mir gelang die Verbindung problemlos via WLAN bzw. via Router.
Schritt 4: Beide Apps starten
Ich startete beide Apps (Smartphone und PC). Nur wenn das PC-Programm läuft, erhält man dort im Browser die positive Bestätigung:

Läuft das Programm auf dem Laptop nicht, erhält man beim letzten Punkt eine Fehlermeldung und ein Anmelden / Einlesen wird nicht möglich sein.
Bei Anmelde-Problemen kann man auch einmal einen anderen (aktuellen) Browser ausprobieren bzw. dort ggf. alle Plugins temporär deaktivieren.
Beide Apps koppeln
Nun muss man beide Apps / Geräte miteinander koppeln. Denn die vom Smartphone eingelesenen Daten müssen ja an das Programm auf dem PC weiter gereicht werden und dieses Programm reicht diese dann an den Browser weiter. Einfach ist das nicht. In der Ausweis-App auf dem Smartphone müsste es irgendwo einen Punkt hierfür geben.
Auf dem Foto ganz oben sieht man gut den Punkt „Gekoppelte Geräte“. Mein PC „ThinkCentre“ ist mit der App verbunden.
Schritt 5: Personalausweis-Daten einlesen
Endlich kann es losgehen: Man legt dann das Smartphone auf den Ausweis und die Ausweis-App wird dann signalisieren, ob es Daten einlesen kann. Das Programm auf dem PC sollte dann auch signalisieren, dass es diese Daten entgegen nimmt. Danach werden diese an den Browser durchgereicht und das Amt bekommt die Legitimation, dass ich es bin.
Fazit
Ich hatte mir das alles viel einfacher vorgestellt. Wenn man Anträge direkt am Smartphone einreicht, benötigt man natürlich die Sache mit dem Laptop, der zweiten App und dem Router nicht. Doch ich möchte Anträge ja direkt am großen Bildschirm ausfüllen und prüfen.
➜ Als Alternative gibt es natürlich auch ein Kartenlesegerät, welches man direkt an den PC / Laptop anstöpselt. Dann benötigt man wiederum kein Smartphone. Vermutlich ist dies für viele Nutzer ohne Informatikstudium die deutlich einfachere Option.
Eine weitere Alternative bietet sich für alle Nutzer des ELSTER-Portals (Finanzamt): Wenn man sich dort via Zertifikatsdatei anmeldet, kann man diese Datei auch auf „id.bund.de“ hochladen und sich damit ausweisen. Allerdings verschwand diese Option regelmäßig auf der Bund-ID-Internetseite und ein Anmelden gelang dann für mich letztendlich nur mit der Perso-App bzw. mit dem Smartphone.