kleiner Minicomputer

Wozu nutze ich einen Raspberry Pi? Meine Einsatzzwecke

Seit gut 8 Jahren tut bei mir ein Raspberry Pi rund um die Uhr klaglos und stabil seinen Dienst. Dies ist kein Spielzeug sondern ein treuer Begleiter im „digitalen Alltag“. Wollen wir uns doch einmal ansehen, wozu ich dieses kleine Ding täglich so nutze.

Raspberry Pi in Verpackung, ein Feuerzeug daneben als Größenvergleich

Minicomputer Raspberry Pi: Für die meisten Zwecke reicht die alte Version ›3B‹. Er funktioniert einfach.

Der Raspberry Pi ist ein äußerst stromsparender Minicomputer, der eigentlich den ganzen Tag lang an sein kein. Meiner arbeitet meist bei einer Leistungsaufnahme von ca. 3 Watt vor sich hin. Das ist äußerst wenig. Ich schalte ihn nie aus. Ich bin immer noch begeistert von dem kleinen Teil und möchte hier allen Interessierten zeigen, wofür ich den Raspi eigentlich nutze. Ich gehe nicht so sehr auf Details ein bezüglich Installation und dergleichen. Hierfür gibt es ja viele schöne Anleitungen im Netz. Aber ich liefere die nötigen Stichpunkte für eine weitere Suche.

Mit IR-Fernbedienung ausgerüstet

Schon recht früh hatte ich an meinem Raspberry Pi eine Infrarotdiode (IR) angestöpselt. Denn dadurch kann ich viele Dinge mittels simpler IR-Fernbedienung auslösen (also Skripte starten oder ein Mediencenter bedienen):

Raspberry Pi mit IR-Diode an Wand geschraubt, Kabel und Kabelkanäle daneben montiert

Die Diode wird mittels den obligatorischen Steckbrücken-Käbelchen mit den richtigen GPIO-Pins auf der Leiterplatte dieses Einplatinen-Computers verbunden. Sie schaut bei mir dann vorne durch ein Löchlein im Deckel heraus. Da ich ein recht ordentlicher Typ bin, habe ich, wie man sieht, auch Kabelkanäle gescheit verlegt.

Schachtel mit Steckverbindern für die GPIOs vom Raspberry Pi
Solche „Steckbrücken-Kabel“ gibt es im Fachhandel im Set zu kaufen. Ich hatte sie mitunter auch verlängert (mittels einem Netzwerkkabel = viele Adern).
einfache Infrarot-Fernbedienung

Als Fernbedienung kann man jede herkömmliche Infrarotfernbedienung nutzen – also beispielsweise die von einem ausrangierten Fernsehgerät bzw. eine aus der Grabbelkiste vom Sozialkaufhaus . Man wird später eh deren Signale mittels einer Software „mappen“ (können).

Das kleine Linux-Programm hierfür heißt Lirc und es befindet sich im regulären Repositority vom ›Raspberry Pi OS‹ (dem Betriebssystem des Rasperrys). Um Skripte mit der Fernbedienung bzw. via der Infrarotdiode starten zu können, wird das dabei enthaltene Programm Irexec genutzt. Eine Anleitung zur Installation findet man beispielsweise auf dieser Seite.

Der Hahn kräht morgens um 6 Uhr: Ich öffne die Augen, greife zur Fernbedienung und schalte mit ihr erst einmal zwei dezente Lichterketten im dunklen Zimmer an (Taste 1 & 2). Dann schalte ich die Steckdosenleiste meiner Stereoanlage ein (Taste 3 auf der Fernbedienung) und dann aktiviere ich mittels einer weiteren Taste einen Internet-Radio-Stream. Am Abend zuvor war es genau anders herum.

Dies ginge alles natürlich auch via der Konsole (z. B. auf dem Smartphone oder mit einer grafischen App). Aber so ist es doch wesentlich praktischer noch im Halbschlaf. Technisch starte ich hierbei lediglich einige winzige Skripte, die auf dem Raspberry liegen. Ich könnte auf genau diese Weise auch die Rollläden hochfahren lassen. Aber so etwas habe ich nicht.

Bildmontage: Hand hält Fernbedienung, dahinter Konsolenausgabe vom Raspberry Pi
Es gibt auf meinem Blog zu diesem Thema auch eine vollständige Anleitung für das Einrichten einer IR-Fernbedienung am Raspberry Pi

Für das Schalten von 230-Volt-Geräten benötigt man jedoch je ein s. g. ›Relais‹:

Stereoanlage mit Relais schalten

Per GPIO hatte ich zwei solcher Relais an den Raspberry Pi angeschlossen:

Schaltrelais im Gehäuse mit Kabeln

Dies sind Klick-Klack-Module: Sie lassen entweder Strom hindurch oder nicht. (De-) Aktiviert werden sie einfach via dünnem Datenkabel, welches am Raspberry angeschlossen ist (an den GPIOs). Leider habe ich kein Bild vom geöffneten Zustand. Aber ich hatte noch eines von der geschlossen Box gefunden, in welcher ich ein Relais einbaute: Auf der einen Seite befindet sich das Stromkabel für die Steckdose. Daneben kommt das Kabel für eine 3-fach-Verteilersteckdose heraus. Und an dieser ist mein Verstärker bzw. meine Anlage angeschlossen.

Montage aus zwei Bildern: Schlauch zur Bewässerung von Pflanzen und Wassereimer mit kleiner Pumpe

Man könnte beispielsweise auch so eine kleine Pumpe zum Bewässern von Pflanzen steuern: In gewissen Intervallen wird diese (deren Netzgerät) per Relais vom Raspberry Pi aktiviert und versorgt somit die Pflanzen für einen Moment mit Wasser.

Der Einfachheit halber steuerte ich sie einfach mittels Zeitschaltuhr an der Steckdose. Aber dies ginge genau so gut (auch aus der Ferne über das Internet) via dem Raspberry oder gar via zusätzlichem Feuchtigkeitssensor.

alte, silberne Stereoanlage mit Rundfunkteil mit beleuchteter Skala

Meine alte 1970er-Jahre-Stereoanlage kann ich natürlich nicht nur via der IR-Fernbedienung an- bzw. ausschalten. Ich kann sowohl den Webradio-Stream (vom Raspberry) wie auch das Relais (für die Stromversorgung der Analge) via »Cronjob« (de-) aktivieren – also nach einem Zeitplan (Wecker). Zudem nutze ich die Anlage nun auch als Bluetooth-Empfänger.

Ich lasse mich mitunter auch mittels meinem Raspberry Pi morgens von meiner alten Anlage mit den großen Holzlautsprechern wecken.

Dies ist doch schöner als mit dem piepsenden Handy. Und meine Lichterketten gehen dabei auch noch an:

Lichterketten schalten

Eines meiner ersten Experimente mit meinem Raspberry Pi war das Schalten von diesen simplen LED-Lichterketten:

LED-Lichterkette innen auf einem Fensterbrett, außerhalb sind entfernte Häuserdächer zu sehen.

Dies sind diese günstigen Lichterketten vom Pfennigpfeiffer, welche mit zwei oder drei AA-Batterien laufen. Den Batteriehalter schnitt ich ab und lötete zwei der oben gezeigten Steckbrückenkabel an die Lichterkette. Steckt man sie dann in die hierfür richtigen GPIOs passiert – erst einmal noch gar nichts. Umso überraschter war ich, als ich den hierfür richtigen Befehl in der Konsole eingab und die Lichterkette tatsächlich zu leuchten begann.

Natürlich kann man sich dann für diese Befehle ein Skript schreiben. Dieses aktiviert man dann z. B. mittels der IR-Fernbedienung (s. o.), über die Crontab (nach Zeitvorgabe) oder gar über einen Helligkeitssensor oder dergleichen.

LED-Lichterketten leuchtend auf einem Balkon

Ich mag diese günstigen LED-Lichterketten: Mit ihnen lässt sich ein dezentes, angenehmes Licht zaubern. Steuern lassen sie sich gut über den Raspberry Pi mittels diverser Befehle bzw. Eingaben.

Gut: Es muss nicht so aussehen wie beim LKW vom Cola-Weihnachstmann. Aber das Prinzip sollte klar sein.

Ich schalte auch noch eine ziemlich lange Lichterkette. Aber für diese reicht der „Onboard-Strom“ des Rasperrys nicht mehr aus. Hier greife ich dann auf ein externes Netzgerät zurück bzw. über die Relais-Lösung (s. o.). Gerade in der dunklen Jahreszeit schätze ich es, dass ich in der Frühe nach dem Aufwachen erst einmal bequem vom Bett aus ein dezentes, warmweißes Lichterkettenlicht aktivieren kann.

Bildschirmfoto Konsole Raspberry Pi mit geladener Crontab
Über einen Computer im selben (Wifi-) Netzwerk bzw. über die Konsole kann ich dann auch die s. g. Crontab bearbeiten bzw. festlegen, wann (oder ob) bestimmte Scripte automatisch gestartet werden sollen.

In gewisser Weise habe ich mir so praktisch ein kleines Smart Home Projekt gebastelt – auf ganz simple Art mit dem Raspberry als Schalter im Zentrum ohne irgendwelche chinesischen Server bzw. ohne Fremdkomponenten. Via ›DynDNS‹ bzw. eigenem ›VPN‹ oder geöffnetem Port bei meiner FritzBox könnte ich ja auch aus der Ferne über das Internet darauf zugreifen bzw. Befehle absetzen. Man könnte als Auslöser auch die Messwerte gewisser Sensoren nutzen (Helligkeitssensor, Temperatursensor, …).


Sowohl die Lichterketten wie auch die Relais schalte ich ja automatisch nach Zeiten. Mittlerweile nutze ich hierfür nicht mehr die Crontab sondern organisiere dies elegant über eine schöne Weboberfläche:

Bildschirmfoto: Weboberfläche automatisches Einschalten nach Zeiten

Ich nutze hierfür auf den Raspberry Pi die wunderbare Anwendung Cronicle.

Zum direkten Ausführen dieser Befehle nutze ich (neben Cronicle und meiner Fernbedienung) eine weitere Weboberfläche:

Bildschirmfoto: Weboberfläche mit Buttons zum Ausführen von SSH-Befehlen auf dem Raspberry Pi

Hier nutze ich OliveTin. Auch dies ist ein kleines Programm, welches eine Weboberfläche bietet. Man führt damit nichts weiter aus als Shell-Befehle – aber elegant über Buttons im Browser – auf Wunsch sogar mit „Konsolenausgabe“ im Browser.

Von jedem Gerät mit Browser im Heimnetzwerk sind diese nun einfach ausführbar. Ist man via VPN oder offenem Port über das Internet mit dem eigenen Heimnetz verbunden, kann dies natürlich auch aus der Ferne erfolgen (z. B. vom Smartphone aus).

Musik, TV, Videos

Bevor ich mir vor einiger Zeit wieder einen Fernseher zulegte (bzw. einen FireTV-Stick), schaute ich über einen meiner Computermonitore fern bzw. Netflix, YouTube usw.:

Montage: Hand hält Fernbedienung, dahinter Raster an Spielfilm-Cover sowie ein Raspberry Pi.

Mittels dem Mediacenter Kodi kann man sich – nach reichlich Flucherei allerdings – einen recht vernünftigen SmartTV-Ersatz mit dem Raspberry aufbauen. Natürlich funktioniert hier auch meine IR-Fernbedienung. Das Bedienen via Smartphone oder Bluetooth-Controller geht zwar auch, ist aber umständlich. Wer einen modernen Fernseher via HDMI angeschlossen hat, kann ggf. dann auch automatisch dessen Fernbedienung nutzen (CEC-Protokoll).

Letzendlich nutzte ich Kodi nur noch zum Musikhören (lokale MP3-Sammlung oder Internetradios). Das kleine Zusatzprogramm Kodi-send nimmt nämlich Befehle von Skripten (bzw. über diesen Umweg von der IR-Fernbedinung) entgegen und somit kann ich bestimmte Radio-Streams direkt in Kodi starten – ohne Monitor, direkt mit einer bestimmten Taste auf meiner Fernbedienung oder per Cronjob für eine Wecker-Funktionalität.

Ich hatte damals viel YouTube darüber geschaut (komplizierte Einrichtung, wenn man es personalisiert (Abos) nutzen möchte), Netflix (auch etwas kompliziert) und TV der öffentlich rechtlichen Sender (einfacher). Ein ›FireTV-Stick‹, ›Chromecast-Dongle‹ oder ähnliches ist hier in meinen Augen die deutlich bessere (weil unkompliziertere) Wahl. Aber zum Musikhören ist der Raspberry Pi sehr gut geeignet:

Musik und Internetradio hören und verwalten

Screenshot von MyMPD (Web-Client für mpd) mit den Bildern einiger Alben

Mittlerweile nutze ich hier einfach das leichtgewichtige MPD bzw. die grafische Weboberfläche MyMPD – Da ich mit dem Raspberry nur Musik höre bzw. verwalte und keine Videos mehr schaue. Kodi ist jedoch einfacher zu installieren bzw. einzurichten.

In der Praxis schaut dies bei mir so aus: Ich komme nach Hause, schalte via Fernbedienung das Relais aktiv, welches die Steckdosenleiste für die Anlage mit Strom versorgt (sie geht an) und mittels Tippen auf eine andere Taste der selben Fernbedienung wird ein Webstream gestartet. Ist es dunkel, aktiviere ich gleich die Lichterketten. Sehr praktisch. Ich möchte dies nicht mehr missen.

Podcast-Management

Früher hatte ich auf meinem Smartphone eine nicht synchronisierte „Podcast-App“ und organisierte direkt dort meine Lieblings-Kanäle bzw. meine bevorzugten Features, Radiodokumentationen und Interviews – eben Podcasts. Aber ich wollte eine gescheite Organisationsoberfläche, die über den PC erreichbar ist:

Bilschirmfoto: die Podcast-Verwaltung PinePods

Ich nutze hier das wunderbare Programm PinePods, welches man sehr einfach via Docker auf dem Raspberry Pi zum Laufen bekommt. Grafisch ist es dann via Browser von jedem Gerät im Heimnetzwerk bedienbar.

In der Praxis schaut dies bei mir dann so aus: Via Pinepods administriere ich meine bevorzugten Kanäle (Podcasts) am großen Bildschirm und ich sehe, welche Episoden ich bis zu welchem Teil schon gehört habe. Ich kann diese auch lokal auf den Raspberry Pi downloaden und ich kann die Episoden natürlich auch im Browser hören.

Auf dem Smartphone (oder auf mehreren) habe ich dann je die passende App installiert. Sie ist mit dem Raspberry synchronisiert. Man kann diese Sync-Daten auch extern via z. B. einer eigenen Nextcloud synchronisieren, wenn PinePods selbst bzw. der Raspberry Pi nicht (permanent) aus dem Internet erreichbar sein sollte (dann aber leider ohne Favoriten-Synchronisierung).

Der Vorteil ist eben eine zentrale (leicht „backupbare“) Datenbank der abonnierten Kanäle und der dort hinterlegte Abspiel-Positionen, wenn man mittels mehreren Geräten diese Episoden nacheinander- bzw. zu Ende anhören möchte. Außerdem kann man von jedem Gerät mit Browser weiter hören bzw. alles organisieren. Wieder etwas, wofür ich keinen Drittanbieter benötige.


Wenn es lediglich um die Abos und Abspielpositionen geht und nicht um eine komplexe Browser-Integration, reicht jedoch auch die eigene Nextcloud – falls man eine solche eh nutzt – bzw. dort dann ›GPodder Sync‹ und ggf. noch ›NextPod‹ oder ›RePod‹ als (ziemlich eingeschränkte) grafische Oberflächen. Als App bietet sich dann für Android z. B. „AntennaPod“ an.

Video-Offloading: Website-Videos extrahieren und weiterleiten

Ich schaue mir regelmäßig auf dem Smartphone Internetseiten an, in denen Videos eingebettet sind. Es wäre doch schön, wenn ich diese per Knopfdruck sofort auf dem Smart-TV abspielen (offloaden) könnte – und so etwas kann ich über meinen Raspberry Pi ermöglichen:

schematische Darstellung: Video-URL aus Website via Raspberry Pi ermitteln, Video auf Smart-TV abspielen

Mittels einer „Teilen-App“ übergebe ich die Adresse (URL) der jeweiligen Website an meinen Raspberry. Dieser extrahiert die eigentliche Video-URL und schickt sie sofort weiter an meinen Smart-TV im selben Heimnetzwerk. Dort wird das Video dann (z. B. im VLC-Player) abgespielt. Dies dauert wenige Sekunden.

Ein sofortiger Download des Videos ist ebenfalls möglich:

schematische Darstellung: Video-URL aus Website via Raspberry Pi ermitteln, Video herunter laden

Die Vorteile gegenüber kommerzieller Anwendungen: Man sendet die Website-URL (im Hintergrund) nicht an einen fremden Server / Dienst. Und es geht deutlich schneller, bis der eigentliche Film auf dem TV abgespielt- bzw. gespeichert wird.

Die Sache ist jedoch etwas kompliziert und ich habe mir hier selber etwas gebaut. Wer sich dafür interessiert, sollte diesen Beitrag aufrufen → Videos vom Smartphone direkt an den TV übertragen

Telegram-Medien-Downloader

Ich nutze häufig die „Messenger“-App ›Telegram‹. Dort werden in einzelnen Kontakten, erst recht jedoch in bestimmten Gruppen viele Videos bzw. andere Mediendateien zum Download angeboten. Anstatt diese mir auf das Smartphone zu laden, nutze ich meinen Raspberry Pi hierfür:

Bildschirmfoto Telegram Files Download-Anwendung auf Linux

Man muss je nur auf den ›Pfeil nach unten‹ klicken und schon wird die Mediendatei lokal auf dem Raspberry abgespeichert. Zuvor wählt man oben die gewünschte Gruppe bzw. den gewünschten Kontakt aus.

Via Browser (von jedem Gerät im Heimnetzwerk) kann man sich dort jegliche Mediendaten je Chat / Gruppe auflisten lassen. Mit nur einem Klick lädt man diese dann auf die SD-Karte vom Raspberry Pi bzw. auf einen dort eingesteckten USB-Stick.

Es ist hier offenbar sogar möglich, automatisch jedes z. B. Video nach Erscheinen in einem bestimmten Kanal automatisch herunter zu laden, um sich automatisiert ein Archiv aufbauen zu können.

Da ich an meinem Smart-TV einen Dateimanager (MixPlorer) installiert habe, welcher Netzwerkordner (meinen Raspberry) öffnen kann, kann ich also diese Videos direkt auf dem TV wiedergeben. Sehr komfortabel. Ich muss diese also nicht mehr aufwendig vom Smartphone auf den TV übertragen.

Ich habe mir hierfür das Programm Telegram Files (einfach via Docker) auf dem Raspberry Pi installiert. Damit dieses Zugriff auf das eigene Telegram-Konto erlangen kann, muss man vorher eine telegram api id und einen hash auf der offiziellen Telegram-Website erzeugen. Diese Daten trägt man dann in der docker-compose.yml ein.

Die Super-Bluetooth-Box

Ich habe ja die Audio-Ausgänge vom Raspberry Pi mittels Cinch-Kabel an meine alte Stereoanlage angeschlossen. Mittels meiner IR-Fernbedienung schalte ich bequem den Audio-Modus um (ein kleines Skript läuft ab bzw. schaltet):

  • Entweder wird ganz normal lokale Musik (Webradio oder MP3-Musik-Sammlung) vom Raspberry selbst abgespielt – oder:
  • Der Raspberry Pi ist ein klassischer Bluetooth-Empfänger für die Audiosignale vom z. B. Smartphone.
Lautsprecherbox aus Holz via Wandhalterung montiert
alte, silberne Stereoanlage mit Rundfunkteil mit beleuchteter Skala

Somit erklingt jegliche Musik drahtlos über meine Super-Bluetooth-Box – nämlich über meine Stereoanlage bzw. über die guten, großen Holzlautsprecher.

Ich habe beispielsweise so eine Fitness-App auf dem Tablet, wo ein Männel Übungen vorführt mit Trillerpfeife, Gong und animierender Musik. Hierzu bespiele ich den Bluetooth-Kanal vom Pi. Nach dem Training schalte ich wieder zurück auf dessen „regulären“ (lokalen) Musikbetrieb.

Dies wäre auch für alle interessant, die „Spotify“ und solche Dienste regemäßig auf dem Smartphone nutzen. So einen kleinen Plaste-Bluetooth-Lautsprecher benötige ich nicht mehr: Bei mir kann es schon etwas größer sein.

Montage: Raspberry Pi empfängt Bluetooth-Audio vom Smartphone, gibt Ton über Stereoanlage aus.
Wer sich dafür interessiert – Ich habe hierzu eine kurze Anleitung geschrieben: Raspberry Pi als Bluetooth-Empfänger

Natürlich lassen sich mit dem Raspberry Pi auch Bluetooth-Boxen / -Kopfhörer verbinden. Dann muss die Wiedergabe natürlich von lokalen Medien erfolgen. Denn der Minicomputer fungiert dann als Sender.

Pi-hole: Das schwarze Loch im Heimnetzwerk

Das Programm Pi-hole ist eine Art Netzwerk-Firewall: Es blockiert rigoros Zugriffe auf bestimmte (Werbe-) Server – und zwar innerhalb des gesamten, eigenen Heimnetzwerkes (= für alle Geräte im eigenen (W-) LAN):

Screenshot: Pihole Nutzeroberfläche mit blockierten Anfragen des Amazon FireTV-Sticks

Gewisse Anfragen meines SmartTVs werden einfach blockiert.

Nehmen wie meinen FireTV-Stick bzw. einen typischen SmartTV: Dieser möchte natürlich eifrig Kontakt „nach Hause“ aufnehmen bzw. zu bestimmten Tracking- oder Werbeservern. So ein Gerät befindet sich gewöhnlicherweise im selben (Heim-) Netzwerkt wie der Raspberry Pi (selber Router). Durch das Pi-hole müssen jedoch zunächst jegliche Anfragen hindurch (dies wurde von mir im Router definiert). Dank gewisser Filterlisten werden nun viele Anfragen einfach abgewiesen. Bei vielen Apps (z. B. Joyn) sehe ich daher keine Werbung mehr auf dem SmartTV und ich gehe davon aus, dass zumindest ein Teil meiner Sehgewohnheiten nicht mehr korrekt übertragen werden.

Diese Filterlisten kann man bequem in der Nutzeroberfläche (über den Browser) eintragen und konfigurieren. Man kann hier auch beispielsweise „Blacklists“ nur für bestimmte Geräte im Kinderzimmer oder dergleichen definieren.

Auf dem PC benötigt man daher auch nicht mehr zwingend einen Werbeblocker im Browser. Werbung wird bereits vorher ausgefiltert. Informationen zum Pi-hole findet man genügend – zum Beispiel auf dieser Seite (auf Basis einer FritzBox als Router). Pi hole, Kodi, Lirc, etc. laufen natürlich alle parallel. Der Raspberry ist ja ein Multitalent.

Wenn man aber nur ein einziges Gerät im eigenen W-LAN betreibt, wäre Pi-hole sicherlich zu viel Aufwand. Hinzu kommt ja dann auch noch der permanente Update-Stress bei einer nun weiteren Anwendung. Außerdem kann man bereits mittels dem simplen Eintrag eines Werbeblock-DNS-Anbieters gewisse Inhalte je Gerät bequem ausfiltern (wie hier unter Windows und Android).

Ich selber schätze jedoch das Pi-hole, da ich stets mehrere Geräte (wie den SmartTV) im Netzwerk aktiv habe. Ich mag es beispielsweise nicht, wenn ich mir einen Film ansehen möchte und mir der Fernseher wieder erzählen möchte, dass ich zunächst ein Update herunter laden soll. Derlei Server habe ich einfach blockiert und gebe sie erst dann frei, wenn ich halbjährlich ein General-Update mache. Davor kommen diese Meldungen gar nicht mehr x. Ich blockiere so auch jegliche Microsoft- bzw. Windows-Telemetrie-Dienste und Update-Nachfragen. Updates führe ich gerne manuell durch und nur dann, wenn ich hierfür Zeit, Muße und Geduld habe.

x Es kann natürlich sein, dass dann irgendwann etwas nicht mehr funktioniert. Aber dann weiß ich schon, woher das rührt.

Papierkram organisieren – mit Paperless-ngx

Paperless-ngx ist vermutlich die elaborierteste Software, die ich in diesem Beitrag vorstelle. Es handelt sich hierbei um ein Dokumentenmanagement-System:

Bildschirmfoto: Die Software Paperless ngx in einem Browser mit einigen digitalisierten Dokumenten

Diese Oberfläche wird einfach via Browser auf irgendeinem Gerät im Netzwerk geöffnet (wie alle anderen auch in diesem Beitrag – außer Kodi).

Paperless-ngx ist völlig kostenlos bzw. open source und wird durch eine große Community gepflegt. Ich nutze dieses Programm so:

  1. Ich erhalte Post und digitalisiere diesen Brief mit einer speziellen Smartphone-App, welche die Seiten automatisch ausrichtet und zuschneidet bzw. den Kontrast etwas anhebt. Das Ergebnis ist dann ähnlich wie aus einem Scanner – nur viel schneller angefertigt.
  2. Die App hat mir gleich eine (mehrseitige) PDF von dem Dokument generiert. Ich schicke diese PDF über das Heimnetzwerk (teilen über eine netzwerkfähige App – z. B. ›MiXplorer‹) an meinen Raspberry Pi und zwar in einen ganz bestimmten Paperless-Ordner namens „consume“.
  3. Sobald ein neues Dokument in diesem Ordner eingegangen ist, bemerkt dies Paperless-ngx: Es wird eine OCR-Texterkennung gestartet und das Dokument wird automatisch in den Katalog eingepflegt (der consume-Ordner danach geleert). Außerdem wird Absender und Datum ermittelt (lernfähig, auf Basis des Inhaltes). Es wird dann auch bei jedem neuen Dokument der Tag „zu erledigen“ vergeben.

Auf diese Weise habe ich ein durchsuchbares Archiv meiner Papierdokumente. Man kann sie natürlich auch beliebig verschlagworten. Weil diese Software so genial ist, habe ich einen separaten Beitrag über meine Erfahrungen mit Paperless-ngx geschrieben. Dank VPN in mein eigenes Netzwerk kann ich so auch stets von außerhalb in meinem digitalen Aktenordner nachschlagen. Der Raspberry ist ja die ganze Zeit an.

Obacht: Paperless-ngx benötigt relativ viel RAM-Speicher. Ein Raspberry Pi 3 mit seinen lediglich 1 GB RAM wird dabei ständig einfrieren bzw. abstürzen. Problemlos funktioniert es mit einem Raspberry Pi 4 mit 4GB RAM.

SearXNG – die eigene Suchmaschine

Außerdem nutze ich meine „eigene“ Suchmaschine. Sie heißt SearXNG:

Bildschirmfoto Suchmaschine SearXNG

Im Grunde ist SearXNG ein Suchmaschinen-Aggregator: Es werden die Ergebnisse mehrerer Suchmaschinen gesammelt, gestaffelt, zusammen gebunden und dann ausgegeben. Diese Suchmaschine ist dann von jedem Gerät in meinem Netzwerk erreichbar (oder von außerhalb via VPN). Diese Suche ist dann in keiner Weise personalisiert: Die eigentlichen Suchmaschinen dahinter sehen immer nur den schlichten Raspberry Pi, nicht den tatsächlichen Browser / Computer, der letztendlich genutzt wird. Welche Suchanfragen von der eigenen IP-Adresse (des Raspberry Pi) abgegeben werden, ist von Google und Co. natürlich dennoch nachvollziehbar.

Hinweis: SearXNG lässt sich sehr einfach via der Zusatz-Software ›Docker‹ starten, installieren bzw. nutzen.

Der alte Drucker ist plötzlich netzwerkfähig

Ich habe da noch so eine alte Drucker-Scanner-Kombination stehen:

alter Drucker auf einem Regal, daneben einige Bücher, eine Box, darüber Bilder in Rahmen

Hier sieht man auch eine meiner Lichterketten, die ich per Raspberry (IR-Fernbedienung) bzw. morgens automatisch per Wecker-Skript schalte.

Mein alter Drucker von HP funktioniert erstaunlicherweise seit über 15 Jahren noch. Er besitzt noch kein W-LAN-Modul bzw. sollte regulär via USB-Kabel an genau einem Gerät angeschlossen sein. Ist er auch – am Raspberry Pi.

Aber da ich ja auf genau diesen nun via Heimnetzwerk zugreifen kann, kann ich den Drucker / Scanner sozusagen durchschleifen: Ich kann nun von jedem Gerät innerhalb meines Heimnetzwerkes drucken und sogar scannen. In der Regel drucke ich hierüber Fahrkarten aus, welche ich mir mittels der Bahn-App am Tablet bestelle. Diese kommen dann per E-Mail als PDF-Datei an und ohne den PC anwerfen zu müssen, kann ich sie direkt aus Android heraus ausdrucken (mittels der App »PrintDroid«).

Zumindest alte Drucker der Marke ›HP‹ lassen sich noch sehr gut via dem Programm- bzw. Treiberpaket HPLIP auf dem Raspberry installieren- und somit auch von anderen Geräten im selben (Heim-) Netzwerk nutzen. Ich hatte sogar mal eine VPN-Verbindung zwischen meinem Smartphone und meiner FritzBox aufgebaut und konnte dadurch ein Dokument von unterwegs drucken, wo ich gerade an der Kasse im Aldi stand. Aber dies ist Spielerei. Jedoch: Es geht.

Daten sammeln eifrig und permanent

Für eine weitere Sache nutze ich meinen Raspberry Pi sehr gerne: Für das tägliche bzw. eher nächtliche Sammeln von Daten – während ich schlafe. In meinem Fall nutze ich eine Software, die jede Nacht über mehrere Stunden die Google-Ergebnislisten für bestimmte Suchbegriffe abklappert: Ich betreibe diverse Internetseiten und möchte eine langjährige Auflistung davon haben, inwiefern meine Seiten bei bestimmten Suchbegriffen (Keywords) gelistet sind. Dafür gibt es kostenpflichtige Dienste. Der Raspberry kann dies auch.

Leider funktioniert diese Software (Serposcope) nicht mehr: Google hat dem nun offenbar einen Riegel vorgeschoben. Aber das Prinzip besteht weiterhin: Der kleine, stromsparende Computer erledigt nächtlich in kleinen Schritten unbeaufsichtigt Dinge:

Wetterstation

Da der Raspberry Pi nur sehr wenig Strom zieht (siehe unten) und dementsprechend kontinuierlich laufen kann, eignet er sich sehr gut zum Aufzeichnen von Messdaten – insbesondere von Temperatur- und Luftfeuchtigkeitswerten. Er ist das Herz einer kleinen Wetterstation im Eigenbau. Hierzu benötigt man noch ein kleines Zusatzgerät:

Xiaomi Mi Bluetooth-Thermometer außen in einer Schutzbox

Ich nutze hier den allseits bekannten Xiaomi Mi Sensor (der kostet ca. 10 Euro). Damit greife ich jede halbe Stunde drahtlos die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit via Bluetooth ab und speichere diese in einer Datenbank.

Bildschirmfoto: Wetter-Monitor im Browser auf Basis von zwei Sensoren am Raspberry Pi
Solche Daten lasse ich mir dann z. B. über den Browser visuell aufbereitet darstellen. Siehe auch meine ausführliche Anleitung → Mi Thermometer mit dem Raspberry Pi verbinden

Nächtliche Backups

Ich betreibe einige Internetseiten und auf entfernten Servern auch kleinere Projekt nur für mich selbst – z. B. FreshRSS (einen Nachrichten-Feed-Aggregator), eine Verwaltung für blockierbare Domains (für Tracker- und Werbeblocker), einen eigenen WebDAV-Server, einen eigenen Adressbuch- und Kalenderserver (Baikal) usw.

Problem: All diese Anwendungen besitzen keine eigene Backup-Routine bzw. kein Plug-in, welches so etwas vornehmen kann. Brennt die Serverfarm, sind alle meine Daten weg. Mit dem Raspberry Pi kann ich mich via SSH an den Servern anmelden und mittels einem kleinen Skript regelmäßig Dateien bzw. Datenbanken sichern bzw. zu mir nach Hause ziehen. Automatisiert wird dies via Crontab oder einfach mittels Cronicle. Bei einem solchen Backup-Skript kann auch definiert werden, dass alte Backups automatisch gelöscht werden – damit der Speicherplatz nicht zu knapp wird. Eine schöne Sache ist das.

Theoretisch könnte ich Backups nun auch via Fernbedienung starten oder automatisch nur bei einer bestimmten Außentemperatur. Das ergibt natürlich keinen Sinn, aber beschreibt sehr schön die Möglichkeiten, die man – mit etwas Bastelei – damit in der Hand hält.

Aktuelle IP-Adresse loggen

Ich „notiere“ mir via Cronjob bzw. Skript zweimal täglich meine aktuelle IP-Adresse, die mir mein Internetprovider gegeben hat (sie wechselt ja täglich). Mittlerweile habe ich ein siebenjähriges Log x angefertigt in Form einer CSV-Datei. Wozu? Falls mal ein Brief kommen sollte mit der Behauptung, ich hätte letztes Jahr dies und das im Internet getan. Zumindest kann ich die dort angegebene IP-Adresse in meinem Log suchen, ob diese dort überhaupt verzeichnet- bzw. ob dies überhaupt relevant ist.

x Natürlich fertige ich von dieser CSV-Datei regelmäßig (ebenfalls via Skript) automatisch ein Backup auf einem anderen Datenträger an.

Benachrichtigungen über Website-Änderungen

Ein ganz besonders wertvolles Werkzeug stellt ChangeDetection.io dar:

Bildschirmfoto: Übersicht innerhalb der Anwendung changedetection.io

Mit dieser Anwendung (bequem via Docker installierbar) prüfe ich bestimmte Internetseiten im Hintergrund automatisch und regelmäßig auf gewisse Änderungen.

Wenn man beispielsweise Gartenfreund ist und die Vereins-Internetseite höchstens einmal im Monat neue (aber wichtige?) Inhalte bereit stellt, möchte man diese Website nicht jeden dritten Tag manuell besuchen. ChangeDetection.io macht dies und benachrichtigt dann über Änderungen via z. B. E-Mail oder Telegram-Nachricht. Man kann hier auch viel filtern, damit man nicht bei jeder Rechtschreib-Korrektur benachrichtigt wird.

Ich lasse mich somit automatisch darüber benachrichtigen, wenn meine Lieblingsband in meiner Stadt (Schlüsselwort) spielen wird, bzw. wenn der Name der Stadt irgendwann auf deren „anstehende Konzerte-Rubrik“ auftaucht.

Auch für Websites, die keinen RSS-Feed bereit stellen, ist dies äußerst praktisch. Davon gibt es ja leider einige interessante. Man muss sich nun auch nicht mehr bei einem Newsletter anmelden – sofern überhaupt angeboten. ›ChangeDetection.io‹ schaut schon nach und benachrichtigt mich bei Änderungen bzw. Neuigkeiten.

Beispielweise stellt das ZDF in seiner Mediathek manchmal ein paar doch recht hochkarätige Filme zum kostenlosen Ansehen bereit. Solche Websites kann man dann überwachen lassen und bei einer Änderung erhält man eine Benachrichtigung inkl. des neu hinzugefügten Inhalt-Teils. Mit meinem Video-Offloader kann ich einen solchen Film dann auch gleich auf dem USB-Stick am Raspberry speichern, bevor er wieder aus der Mediathek entfernt wird.

Zudem kann man Preise beobachten: Wie man auf dem Bildschirmfoto sieht, lasse ich mich benachrichtigen, wenn der Preis von einem Raspberry Pi unter einen bestimmten Wert gefallen ist. Die Software prüft dies z. B. alle sechs Stunden automatisch und schreibt mir dann eine E-Mail oder eine Telegram-Nachricht.

Bildschirmfoto: Telegram-Benachrichtigung über die Änderung eines Website-Inhaltes

Und so schaut es übrigens aus, wenn man eine Nachrichten-Seite abonniert hat. Dies war eigentlich nur ein Test von mir, aber hier kommt zufällig noch eine andere praktische Eigenschaft dieser Software zu Tage: Man kann damit nachvollziehen, inwiefern journalistische Texte nachträglich geändert werden. Ich glaube, es gibt auch eine „History-Übersicht“ über die Versionen der letzten x Abrufintervallen und es ist sogar möglich, automatisch Bildschirmfotos anzulegen. Man muss sich auch nicht über jeden Job benachrichtigen lassen: Die Anwendung arbeitet dann einfach still im Hintergrund.

Kurzum: ChangeDetection.io kann ein wertvolles Hilfsmittel darstellen, damit man bestimmte Internetseiten nicht regelmäßig selbst via Browser besuchen muss. Der Raspberry Pi bietet sich für diese Technik gerade zu an, da dieses Programm kaum Last erzeugt x und das Gerät ja eh permanent laufen kann.

x Zumindest, wenn man nicht den integrierbaren „headless Browser“ zum Crawlen nutzt.

Website-Uptime-Monitor

Ich betreibe mehrere Internetseiten (u. a. diese hier). Ich besuche sie selbst manchmal wochenlang nicht. Aber was, wenn es einen Serverfehler gibt bzw. einen kritischen Ausfall? Ich protokolliere so etwas mit so einer Anwendung auf meinem Raspberry Pi:

Bildschirmfoto: Uptime Kuma – regelmäßige Überprüfung des Online-Status diverser Websites

Hierzu nutze ich (via Docker-Container) die schöne Software Uptime Kuma. Via Browser erhalte ich eine sehr schöne Übersicht über die Verfügbarkeit (Uptime) meiner Websites. Sollte eine meiner Seiten nicht mehr erreichbar sein, erhalte ich von ›Uptime Kuma‹ prompt z. B. eine Telegram-Nachricht auf mein Handy oder eine E-Mail. Dann müsste ich mal nachsehen, was da los ist.

Mir Nachrichten via Telegram senden

Mein Raspberry Pi kann mir auch individuelle Nachrichten bzw. Berichte über den Messenger ›Telegram‹ auf das Smartphone senden: Dies schaut dann z. B. so aus:

Bildschirmfoto: Nachricht vom Raspberry Pi in der Messenger-App Telegram

Dies ist mein täglicher Morgengruß: Der Raspberry sendet mir jeden Morgen um 6 Uhr die aktuellen Sensordaten vom Außenthermometer auf das Handy, zudem eine kurze Wetterprognose (via OpenWeatherMap). Außerdem wird mir angezeigt, ob es in meinem Kalender (selbst gehosteter CalDAV-Kalender) für heute Termine gibt. Danach erscheint ein informativer Eintrag, was am jeweiligen Datum Besonderes geschah (Wikipedia „Was geschah am?“) sowie fünf Einträge eines beliebigen RSS-Feeds.

Eine schöne Sache ist das. Das Skript hierfür wird jeden Morgen via Cronjob gestartet. Hintergrund: Telegram erlaubt das Anlegen von „Bots“. Der Raspberry Pi hat dann Zugriff auf einen solchen (via geheimen Schlüssel) und kann beliebige Nachrichten (ggf. Bilder einer Überwachungskamera?) an diesen senden. Somit wären auch Statusmeldungen (z. B. bei zu hoher CPU-Auslastung) möglich.

Wen das interessiert, kann hierzu meinen Beitrag lesen → Raspberry Pi sendet Telegram-Meldungen

Stromverbrauch

Dieser kleine Minicomputer verbraucht sehr wenig Strom – dies hatte ich ja bereits erwähnt. In Zahlen: Der Raspberry Pi (3B und auch der 4B) arbeitet bei mir i. d. R. mit einer Leistungsaufnahme von ca. 3 Watt (häufig noch geringer). Dies ist so wenig, dass man das Gerät getrost permanent aktiv lassen kann bzw. nie ausschalten muss. Auf das Jahr umgerechnet verursacht dies dann Kosten von lediglich ca. 8 Euro hierzulande (bei einem kWh-Preis von ca. 30 Cent). Mit einem Stromkosten-Rechner kann man so etwas schnell ausrechnen.

Hinweis: Schließt man z. B. einen USB-Stick an, erhöht sich der Stromverbrauch leider etwas.

Kurzum

Dieser Winzling wird sicherlich weiterhin 24h am Tag bei mir aktiv sein. Zu sehr daran gewöhnt habe ich mich schon, dass ich einfach via simpler IR-Fernbedienung meine Steckdosen schalten kann und meine Beleuchtung in der Wohnung. Da ich regelmäßig (Web-) Radio höre, ist mir ein unkompliziertes Aktivieren auch hier wichtig und ich möchte Musik weiterhin über meine alte Stereoanlage hören und nicht über irgendwelche Bluetooth-Boxen bzw. über das Handy. Zudem lege ich viel Wert auf Datenschutz bzw. entsprechende Kontrolle und schätze das Pi-hole in meinem Heim-Netzwerk.

Und wenn das Gerät (von dem ich mich jetzt natürlich abhängig gemacht habe) nach einigen Jahren im Dauerbetrieb plötzlich kaputt gehen sollte? Dann zieht man den Ersatz-Raspberry aus der Schublade, steckt die SD-Karte in diesen, schließt evtl. alle anderen Komponenten an x und alles läuft wieder wie vorher.

x Für meine vielen bunten GPIO-Käbelchen habe ich mir eine Belegungs-Grafik angefertigt. Aber ich nutze mittlerweile eh einen Zwischenstecker. Ich müsste also nicht jedes Kabel einzeln umstecken.

Wofür nutzten Sie / nutzt Du den kleinen Raspberry täglich?

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