zurück in die 2000er
Potzblitz: Die Soulseek Musik-Tauschbörse gibt es ja immer noch!
Vor über 20 Jahren nutzte ich hauptsächlich »Soulseek«, um meine MP3-Sammlung zu erweitern. Seitdem ist viel Zeit vergangen: (Fast) alle Filesharing-Dienste stellten ihren Dienst ein und Streaming-Dienste wurden geboren. Moment: Soulseek gibt es immer noch. Und es funktioniert noch genau so wie damals.
›Soulseek‹ ist eine Musik-Tauschbörse mit dem Schwerpunkt eher in Richtung Alternative, Avantgarde, Nicht-Mainstream usw. Dies war schon früher so und ich hatte dort als junger Bursche sehr viele Dinge gefunden und entdeckt, welche eben nicht auf Viva und MTV liefen. Und genau so funktioniert dieses Programm – zu meiner Überraschung – heute im Jahr 2025 weiterhin:

Das simple „Soulseek-Programm“ verbindet Nutzer auf der ganzen Welt und findet somit weiterhin die Perlen jenseits des Mainstreams. Hier hat sich nichts verändert.
Die kleine Soulseek-Software (heute ›SoulseekQt‹ genannt) sieht weiterhin aus wie früher. Es hat sich gar nichts geändert. Auch die Server sind noch aktiv – und vor allem natürlich die Nutzer.
Die meisten Tauschbörsen der 2000er sind doch alle tot. Warum gibt es Soulseek noch? Vermutlich, weil hier der Fokus noch nie auf aktueller „Charts-Musik“ lag. Andererseits findet man hier natürlich auch eine Menge Musik von Bands, welche durchaus bei „Major-Labels“ mit entsprechender Rechtsabteilung unter Vertrag standen / stehen und nicht nur von absolut unbekannten. Legal ist diese Sache natürlich weiterhin nicht.
Ich hatte ›Soulseek‹ schon beinahe vergessen. Es redet heute ja auch niemand mehr über Tauschbörsen, über „Torrents“ und dergleichen. Dieses Thema scheint nicht mehr relevant zu sein. Doch offenbar ist es einfach nur aus den Medien verschwunden und die meisten Menschen zahlen heute für Streamingdienste wie Spotify.
Im Gegensatz zu früher gelingt ein Download via Soulseek heute innerhalb weniger Sekunden. Davon hatte man früher geträumt. Damals wartete man ja teilweise einen halben Tag, bis das Gewünschte auf der eigenen Festplatte vollständig vorhanden war. Allerdings müsste man heute gewisse Ports in seinem Router (z. B. FritzBox) freigeben, damit auch ein Upload möglich ist.
Kurzum: Mit Soulseek habe ich zufällig etwas wieder entdeckt, dass ich schon lange nicht mehr im Sinn hatte. Warum? Irgendwann hatte ich andere Dinge als Musik im Kopf. Ich hatte mir sogar eine kleine, feine Vinyl-Sammlung aufgebaut – und wieder verkauft. Und schließlich gibt es heute ja die Streaming-Dienste mit günstigen Monatskonditionen.
